Generation Z: Wie wir ticken und wie man uns erreichen kann

von Julian Quentin

Wir sind zwischen 1995 und 2010 geboren, und die Ältesten von uns werden dieses Jahr 25 Jahre alt. Wir machen 32% der Weltbevölkerung aus und werden die Wirtschaft aufwühlen. Man bezeichnet uns alle als »Generation Z«, und ich bin einer davon. Was folgt ist eine Meinung, basierend auf meinen eigenen, bzw. den Eindrücken in meinem Umfeld.


Meinen ersten Social-Media Account erstellte ich im Alter von 10, mein erstes Smartphone hatte ich mit 12 Jahren. Meine Altergenossen und ich sind die erste Generation, die die Zeit vor dem Internet in seiner heutigen Form nicht kennt. Wir wuchsen auf mit dem Internet und waren von Anfang an von sozialen Medien umgeben, daher ist die virtuelle Medienwelt für uns nichts Extrinsisches. Die digitale Welt war nicht nur eine eskapistische Ablenkung von der Realität, sie war von Anfang an ein Teil unserer Realität. Einer der Schauplätze, auf dem sich das Leben abspielt. So sind wir nicht nur mit dem Internet aufgewachsen, sondern teilweise auch in ihm. Wir begreifen es intuitiv und fühlen uns in der digitalen Welt zu Hause. Und diese Welt ist voller Reize: Über 15’000 Markenbotschaften am Tag haben uns werbeblind gemacht. Das führt dazu, dass wir das, was uns davon nicht interessiert, genauso ausblenden wie eine leere Verpackung am Strassenrand auf dem täglichen Pendelweg. Ob Ads, an die wir uns erinnern oder Inhalte, die wir organisch anklicken, wir entscheiden selber, was wir wahrnehmen und wem wir zuhören. Die untenstehenden Maxime sind wahrscheinlich so alt wie die Werbung selbst - und doch gewinnen sie neue Relevanz in einer Welt, in der man mit Geld alleine zwar Impressionen, aber keine Aufmerksamkeit mehr kaufen kann.


1. Mut zur Andersartigkeit

Viele von uns lehnen traditionelle Lebensentwürfe ab und wollen vorgefertigte Muster aufbrechen. So interessieren wir uns mehr für neue Ansätze als für Bewährtes. Das Internet, diese globale Plattform, hat uns zu Weltenbürger*innen gemacht: Zum einen haben wir ein hohes Bewusstsein für soziale Zusammenhänge und hinterfragen bestehende Konsumgewohnheiten, zum anderen sind wir weltoffen und entdecken gerne Neues, das uns inspiriert.

Medien bestimmen einen grossen Teil unserer Lebensrealität, und so definieren wir uns auch selbst unter anderem  durch sie: Wir bedienen uns bei Marken und Ikonen der Kunst und Kultur und gestalten daraus einen grossen Teil unserer Identität. Das ist das Potential, aber auch die Aufgabe, die Marken und Medien heute mehr als jemals zuvor haben: Identitätsstiftend zu wirken, indem sie Inspiration für individuellen Ausdruck bieten.


2. Sich als Dialogpartner*in begreifen

Die Demokratisierung der Produktions- und Verbreitungsmittel haben zu einer inflationären Zahl an Medienoutlets geführt, die Grenzen zwischen Content Creators und dem Publikum verschwimmen immer mehr. Anstatt zu versuchen, ein Thema komplett zu dominieren, kann man sich als Werbetreibende*r heute als Dialogpartner*in begreifen und erreicht dadurch wirkungsvollere Begegnungen.

Dabei muss sich der Dialog aber echt anfühlen. Es reicht nicht, eine unidirektional angelegte Kampagne in einem diskursiven Medium zu publizieren. Fragen stellen und ein echtes Interesse am Gegenüber sind wichtig. Denn wir alle kennen diese Menschen, die immer nur von sich erzählen und die nur so tun, als würden sie zuhören, um danach selbst wieder etwas zu sagen, ohne auf uns Bezug genommen zu haben. Wenn wir das Gefühl haben nur belabert zu werden, müssen wir uns das nicht anhören und wollen dementsprechend auch nicht antworten.


3. Ehrlichkeit

Man könnte argumentieren, dass unsere Aufmerksamkeitsspanne so kurz ist wie noch nie und dass die von Instagram-Filtern und gestellten Fotos dominierte virtuelle Welt total »Fake« sei. Dem kann man bis zu einem gewissen Grad sicher zustimmen, doch wir sind mit dieser »Fakewelt« vertraut und uns ihrer auch bewusst. Wir karikieren die Künstlichkeit, die uns umgibt in Strömungen wie »E-Girls« und 1990er-Nostalgie und betreiben auf unseren Profilen Marketing für uns selbst. Die Taktiken der Werbung verstehen wir so intuitiv wie die Wirkung unserer eigenen Posen und Filter. Die beste Möglichkeit, uns zu erreichen und zwischen all dem Schall und Rauch wirklich herauszustechen, ist radikale Ehrlichkeit.


4. Geschichten erzählen

Die Affinität für stimmungsvolle Geschichten als Kommunikationsform sind tief in uns Menschen angelegt. Sie sind die Voraussetzung für Emotionen, und Emotionen sind die Voraussetzung für erlebbare Authentizität.

Es reicht nicht, lediglich auf einer oberflächlichen Ebene ohne Inhalt oder Kern zu kommunizieren. Denn Werbe-Content konkurriert mit den Kunst- und Kulturinhalten, die bei uns Resonanz erzeugen, die uns berühren und begeistern. Wenn die Werbung das nicht erreichen kann, wenn sie uns nicht wirklich etwas auf dieser Ebene gibt und nur trocken ein Produkt und dessen USPs vorstellt, dann werden wir sie nicht wahrnehmen.


Echte Kommunikation von Mensch zu Mensch funktioniert auch und erst recht in einer Welt, die sich beschleunigt, und digitalisiert hat. Denn selbst in einer Zeit, in der wir von Medien überflutet werden, hören wir noch zu. Wir haben Lust auf Neues und sind gespannt auf das, was da draussen ist. Es gibt also viele Möglichkeiten auf ein offenes Ohr zu stossen, wenn Sie dazu bereit sind.


Wenn auch Sie Lust auf einen Austausch mit einem Vertreter der jungen Generation haben, dann vereinbaren Sie einen Gesprächstermin unter: vibrations.film/contact

Ich freue mich!


Herzlich, Ihr

Julian Quentin

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Geschäftsführer und Creative Director

+41 76 681 19 27

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